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BERLIN
 Berlin . Deutschland

Berlin U-Bahn & S-Bahn Netz 2005 © R. Schwandl
Gesamtnetz

 S-BAHN

S-BahnIn Berlin, der Hauptstadt Deutschlands mit etwa 3,5 Mill. Einwohnern, gibt es eigentlich zwei sich ergänzende Stadtschnellbahnen, die U-Bahn und die S-Bahn.

Die Berliner S-Bahn kann man aus folgenden Gründen als 'Metro' bezeichnen:
- es handelt sich um ein vorwiegend innerstädtisches Verkehrsmittel (Gesamtlänge 327 km, davon 250 km innerhalb der Stadtgrenzen Berlins)
- sie ist völlig unabhängig vom übrigen Bahnnetz (eigene Gleise und Stromschiene)
- sie bietet eine sehr dichte Zugfolge (3-4 Minuten) auf den zentralen Abschnitten (gebündelte Linienführung).

 

Das S-Bahnnetz kann in drei Gruppen eingeteilt werden (Stand 31. 8. 2009):

1- Stadtbahn - Linien, die die Stadt auf der 1882 eröffneten Stadtbahn vom Westen nach Osten durchqueren, gänzlich oberirdisch, im Stadtzentrum meist auf gemauerten Viadukten - jeweils 2 Gleise für die S-Bahn und die Fern-/Regionalbahn (ICE, IC, RE, RB):

- S3: Spandau - Erkner
- S5: Westkreuz - Strausberg Nord
- S7: Potsdam Hbf - Ahrensfelde
- S75: Spandau - Wartenberg

2- Nordsüdbahn - Linien, die die Stadt von Norden nach Süden durch den S-Bahntunnel durchqueren - 6 unterirdische Bahnhöfe:

- S1: Oranienburg - Wannsee
-
S2: Bernau - Blankenfelde
- S25: Hennigsdorf - Teltow-Stadt

3- Ringbahn - Ringlinien oder Linien, die wenigstens teilweise die Ringbahn benutzen und von der Südoststrecke, der sog. Görlitzer Bahn kommen, völlig oberirdisch:

- S41: Ringbahn im Uhrzeigersinn
- S42: Ringbahn gegen den Uhrzeigersinn
- S45: Südkreuz - Flughafen Schönefeld
- S46: Westend - Königs Wusterhausen
- S47: Südkreuz - Spindlersfeld
- S8: Hohen Neuendorf - Blankenburg - Zeuthen
- S85: Waidmannslust - Grünau
- S9: Blankenburg - Flughafen Schönefeld

S-Bahn Hauptbahnhof- Mitte des 19. Jahrhunderts wurden viele Radialstrecken, ausgehend von den verschiedenen Kopfbahnhöfen rund um das Stadtzentrum, gebaut. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden entlang der meisten dieser Strecken eigene Vorortgleise verlegt. In der Zwischenzeit wurde in den 1870er Jahren die Ringbahn eröffnet, gefolgt von der Stadtbahn im Jahr 1882. Anfang des 20. Jahrhunderts, als die U-Bahn ihren Betrieb aufnahm (1902), wurden auf einzelnen Vorortstrecken Tests für einen elektrischen Betrieb ausgeführt. Auf der Linie vom ehem. Potsdamer Bahnhof nach Lichterfelde Ost begann der erste regelmäßige elektrische Zugverkehr (mit Oberleitung), während die übrigen Strecken bis in die 1920er Jahre noch mit Dampf betrieben wurden. 1924 fuhren die ersten Züge mit dem heutigen System, nämlich 800 V Gleichstrom mit seitlicher Stromschiene, vom Stettiner Bahnhof (jetzt Nordbahnhof) nach Bernau. Bald danach wurden auch die anderen Nordstrecken elektrifiziert (nach Oranienburg und nach Hennigsdorf / Velten). Nach den positiven Erfahrungen kam es in den folgenden Jahren zur sog. 'Großen Elektrisierung' des gesamten Vorortbahnnetzes, welches seit dem 1. Dez. 1930 als 'S-Bahn' bezeichnet wird, wobei sich das 'S' sowohl auf Stadt als auch auf schnell bezieht.

- Während alle Vorortstrecken von Dampfbetrieb auf elektrischen Betrieb umgestellt wurden, wurde im Stadtzentrum der Nordsüdtunnel gebaut. Der erste Abschnitt vom Stettiner Bahnhof bis Unter den Linden konnte gerade rechtzeitig zu den Olympischen Spielen im Jahr 1936 eröffnet werden. Der übrige Abschnitt folgte 1939, kurz vor Ausbruch des 2. Weltkriegs. Während des Krieges wurden viele Strecken und Bahnhöfe beschädigt, so dass es einige Jahre dauerte, bis das gesamte Netz wieder befahren werden konnte.

- Bis 1961 fuhren die S-Bahnen von Ostberlin nach Westberlin und umgekehrt, doch mit dem Bau der Berliner Mauer wurde das S-Bahnnetz getrennt, auch wenn die S-Bahn in Westberlin noch bis 1984 von der ostdeutschen Reichsbahn (DR) betrieben wurde. Der Mauerbau führte in Westberlin zu einem Boykott der S-Bahn, so dass die Anlagen im Laufe der Jahre immer desolater wurden. Nach einem Eisenbahnerstreik im Sept. 1980 wurden in Westberlin viele Strecken stillgelegt. In Ostberlin hingegen entwickelte sich die S-Bahn zum Rückgrat des öffentlichen Verkehrs und das Netz wurde durch einige neue Strecken ergänzt: von Grünau nach Königs Wusterhausen (1951), nach Strausberg Nord (1956), zum Flughafen Schönefeld (1961), nach Ahrensfelde (1976-82) und nach Wartenberg (1984/85).

S-Bahn Tempelhof- Nach der Wiedervereinigung der Stadt im Jahr 1990 sollte das S-Bahnnetz wieder den Stand von 1961 erreichen, vor allem die Ringbahn sollte so schnell wie möglich wiederaufgebaut werden, um eine gute Verbindung zwischen beiden Stadthälften herzustellen. Im Dezember 1997 wurde die Verbindung Neukölln - Treptower Park über Sonnenallee wiedereröffnet, so dass die Züge der S4 auf 75% des gesamten Rings (von Schönhauser Allee bis Jungfernheide) verkehren konnten. Aber erst am 16. Juni 2002 ermöglichte das letzte Stück zwischen Gesundbrunnen und Westhafen den durchgehenden Betrieb auf der 'Strecke ohne Ende'. Seither verkehren die Ringzüge als S41 (im Uhrzeigersinn) or S42 (gegen den Uhrzeigersinn). Nach einer Runde fahren diese Züge aber weiter Richtung Südosten, entweder als S45 zum Flughafen Schönefeld (S45), als S46 nach Königs Wusterhausen oder als S47 nach Spindlersfeld. Die S8 verkehrt zwischen Zeuthen und Pankow entlang des Ostrings.

- Seit langer Zeit geplant und immer wieder angekündigt wurde der Bau des Bahnhofs Kolonnenstraße entlang der S1, zwischen Yorckstraße und Schöneberg. Er ging schließlich am 2. Mai 2008 mit dem Namen Julius-Leber-Brücke in Betrieb.

 Geschichte

24. Feb. 2005: Lichterfelde Süd - Teltow-Stadt

 Planungen

Im Bau befindet sich derzeit eine 7,8 km lange Verlängerung vom heutigen Bahnhof Berlin-Schönefeld Flughafen zum neuen Flughafen Berlin-Brandenburg: Inbetriebnahme einst geplant für 3. Juni 2012.

Seit Mitte 2011 ist ein Abzweig vom Nordring (zw. Westhafen und Wedding) zum Hauptbahnhof (sog. S21) im Bau.

Der Bahnhof Ostkreuz wird derzeit saniert und umgebaut (und zum Regionalbahnhof ausgebaut), so dass ab 2016 alle Züge Richtung Stadtzentrum bzw. stadtauswärts am selben Bahnsteig halten können.

Die eingleisige Strecke Richtung Hennigsdorf soll zwischen dem Abzweig Schönholz und Tegel zweigleisig ausgebaut werden. Im Zuge dieser Arbeiten würde ein Bahnhof Borsigwalde, zwischen Eichborndamm und Tegel, entstehen.

 Fotos

S-Bahn Fredersdorf S-Bahn Südkreuz

 Bücher & Videos

Schnellbahnen in Deutschland/Metros in GermanyU-Bahn, S-Bahn & Tram in Berlin Robert Schwandl: U-Bahn, S-Bahn & Tram in Berlin. - Feb. 2012, ISBN 978 3 836573 32 9 More info

Schwandl, Robert: Schnellbahnen in Deutschland / Metros in Germany. U-Bahn - Stadtbahn - S-Bahn. - April 2007, Berlin, ISBN 978 3 836573 18 3 - 192 Seiten; Text deutsch und englisch - Mehr Info


Prof. Knifflich fragt Berlin: Verstehen Sie Bahnhof? - 33 Rätsel um U- und S-Bahn. - 2007, GVE-Verlag

Mario Walinowski: Züge der Berliner S-Bahn. Das "Blaue Wunder". - 2005, 240 S., GVE, Berlin, ISBN 3-89218-170-5

Klaus Kurpjuweit, Bodo Schulz: Album Berliner Verkehr 1989/1990. - 11/2004, Neddermeyer; Berlin, ISBN 3933254469

Wolf-Dietger Machel: Berliner Schienennahverkehr. - 08/2004, 160 S. - Bruckmann, ISBN: 3765471348

Wolfgang Kiebert: Die Berliner S-Bahn 1924 bis heute. - 07/2004, 160 Seiten, Transpress, ISBN: 3613712423

Udo Dittfurth, Michael Braum: Die elektrische Wannseebahn. Zeitreisen mit der Berliner S-Bahn durch Schöneberg, Steglitz und Zehlendorf. - 04/2004, GVE, ISBN 3-89218-085-7

Manuel Jacob: Der elektrische Betrieb auf der Berliner S-Bahn, Bd 6: Das Netz wächst zusammen - 1980 - 2004. - 01/2004, 240 S. Neddermeyer, ISBN 393325423XC.

W. Schmiedeke, M. Müller, M. Hiller: Züge der Berliner S-Bahn. Die eleganten Rundköpfe. - 2003, GVE, Berlin, ISBN 3-89218-477-1

Wolfgang Kämmerer: 100 Jahre elektrischer Betrieb Berlin Potsdamer Bahnhof - Groß Lichterfelde Ost. - 10/2003, 96 S., Neddermeyer, ISBN 3933254396

Robert Schwandl: BERLIN S-BAHN ALBUM. - Alle 170 S-Bahnhöfe in Farbe. - 144 S., 400 Farbfotos, Pläne, deutsch/englissh; 04/2003, Berlin, ISBN 3-936573-02-6 Mehr Infos

Larissa Sabottka: Die eisernen Brücken der Berliner S- Bahn. Bestandsdokumentation und Bestandsanalyse. - 04/2003, Mann (Gebr.), Berlin, ISBN 3786124639

Susanne Dost: Richard Brademann (1884-1965) - Architekt der Berliner S-Bahn. - 2002, 232 S., Neddermeyer ISBN 3933254361

Michael Bienert, Ralph Hoppe: Eine Stunde Stadt. Berliner Ringbahn- Reise. - 2002, 320 S.- Berlin Edition, ISBN 3814800966

Konrad Koschinski: Der elektrische Betrieb auf der Berliner S-Bahn, Bd 5: Auf Zeit getrennt - 1960 bis 1980. - 2002, Neddermeyer, ISBN 3-254933-22-1

Bernd Neddermeyer: Der elektrische Betrieb auf der Berliner S-Bahn, Bd.1, Dampf oder Elektrizität?. - 1999, Neddermeyer, ISBN 3933254051

Bernhard Strowitzki: S-Bahn Berlin. Geschichte(n) für unterwegs. - 288p., s/w, GVE Verlag, Berlin, April 2002, ISBN 3892180733Hardy,

Brian: THE BERLIN S-BAHN. Capital Transport, 1996. - Well illustrated handbook.

Jürgen Meyer-Kronthaler, Wolfgang Kramer: Berlins S- Bahnhöfe. Ein dreiviertel Jahrhundert. - 373 S. - bebra Verlag, Berlin, 1998, ISBN 393086360X

Günther Bellmann: Durch Berlin mit der S- Bahn. Savignyplatz bis Alexanderplatz. 2001, bebra, Berlin.

Behrens, A. und V. Noth: BERLINER STADTBAHN.- Bilder und Geschichten. - Ullstein, 1995. Die Stadtbahn. Ein Viadukt mitten durch Berlin - GVE e.V.,1998, ISBN 3892180466

Andreas Butter, Hans-Joachim Kirsche, Erich Preuß: BERLIN OSTKREUZ. Die Drehscheibe des S- Bahn- Verkehrs. - 2000, 159 S., GeraNova, ISBN 393278524X

Carl W. Schmiedeke: Der Wagenpark der Berliner S-Bahn. - Lokrundschau, ISBN 3931647056

Nord-Süd-Bahn. Vom Geistertunnel zur City-S-Bahn. Die Flutung des Berliner S-Bahn-Tunnels in den letzten Kriegstagen. - 1999, 120 S., GVE e. V., ISBN 3892180598

Berliner S-Bahn. 70 Jahre Hauptwerkstatt Schöneweide. - 1997, 96 S., GVE e. V., ISBN 3892180512

 

 Links

S-Bahn Berlin GmbH

VBB (Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg)

S-Bahn Museum (beim S-Bahnhof Griebnitzsee - S7)

Stadtschnellbahn Berlin - Geschichte und Geschichten rund um die Berliner S-Bahn

Stillgelegte S-Bahn-Strecken in Berlin

S-Bahn-Stromgeschichten - Wie kommt der Strom zur S-Bahn?

S-Bahn-Bilder von Olaf Hoell

Fahrdienstleiter von Christoph Lindner (Technisches rund um die S-Bahn)

S-Bahn-Forum > Berlin

 

Letzte Ausgabe des Ostberliner Netzplans von 1990

Stadtentwicklung Berlin - Verkehr

DB-Fahrplan (von Tür zu Tür in ganz Deutschland)

Berliner Unterwelten

Geschichte des Berliner Nahverkehrs

Bahninfo.de (Nahverkehrsforum)

 

 

 

 

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